Bezirksliga Lahn-Eder 2024/25 am 8. Dezember 2024*
*SK Herborn 2 - SSG Hungen-Lich 2
Mit der maximalen Ausbeute von 6 Manschaftspunkten aus 3 Spielen thront die SSG 2 weiterhin an der Spitze der neu formierten Bezirksliga.
Der 2. Platzierte Buseck hat schon einen Mannschaftspunkt weniger. Am 3. Spieltag in Herborn ging kein einziges Brett verloren und die Herborner hatten da noch Glück , dass man nicht deutlicher unter die Räder gekommen ist.
Aber hier der Reihe nach.
mit Stiller war der Auftakt mit einem kampflosen Sieg. Eine Analyse erübrigt sich demnach.
Michael überließ mit Schwarz seinem Gegner zu Anfang ein wenig Raum ( vielleicht etwas zuviel). Als Eckert die Stellung öffnen wollte und sich aber nicht traute, einen blanken Turm auf a8 zu schlagen ( zu große Verwicklungen) ,gewann Michael unverhofft einen Bauern. Trotz des Mehr Bauern von Schwarz verblieb Eckert mit 2 Monster Läufern auf dem Brett....also ordentlich Kompensation. Also ging es hier erstmal weiter....
Hier musste Silas gegen den DWZ stärksten Herborner antreten und hatte die Partie über weite Strecken im Griff.
In einer Art Italiener mit Le7 konnte Amborn schnell mit SA5 den Weißfelder von Silas abgreifen, allerdings gab es dafür die halboffene A-Linie.
Silas versäumte es zwar via b4! seinen Doppelbauern aufzulösen und verlor in der späteren Abfolge kurzfristig einen Bauern , allerdings sorgte eine größere Kombi von Silas dafür , dass er diesen zurückbekommen würde.
Manu kam in der Berliner Verteidigung bis zum 10. Zug ganz vernünftig raus. Allerdings bekam nach dem etwas ungenauen Se7? Weiß starke Initiative und hätte mit d4! das Zentrum komplett einnehmen können.
Rosowsky übersah diese relativ offensichtliche Möglichkeit jedoch komplett und glich mit b4?? die Stellung wieder komplett aus.......
Bei Claas hatte ich die Eröffnung nicht komplett im Blick....es sah aber nach einer Art Reti aus , wo Weiß den c Bauern opfert, sich fertig entwickelt mit SF3 , g3 , Lg2 und 0-0. Was etwas komisch aussah, war der Tausch des starken Läufers auf g2 gegen den Springer auf c6. Aber Schwarz bekam dadurch einen Triple-Bauern auf der C -Linie.
Im weiteren Verlauf meinte sein Gegner, er müsste 2 Leichtfiguren für einen Turm opfern.....ein eher fragwürdiger Tausch.
Unterm Strich blieben 2 Türme und die Dame gegen Turm Dame und 2 Leichtfiguren übrig. Kurzfristig sah es dann so aus, als wäre der materielle Vorteil eher ein Klotz am Bein.....
Wie erwartet musste unser Michi gegen den starken Ersatz Til Mulch ran.
Michis Partien sind unter Insidern gerne als "Gemetzel" bekannt.....und auch hier könnte dieser rohe Begriff Anwendung finden.
Es kam eine sehr scharfe Neben Variante im Trompowsky- Angriff auf das Brett, wo weiß nach Lg5 und Dd2 bereit ist für 0-0-0 !
Ab diesem Moment spielte Michi etwas zu langsam und Weiß bekam mit e4 und e5! (Se8) sehr viel Raum.
Die Stellung war hier schon deutlich besser für Weiß.
Beide warfen dann am Königsflügel Ihre Bauern nach vorn, aber stoppten dann jeweils Ihre Angriffe aus unerklärlichen Gründen.
Weiß spielte dann Sh4 in Verbindung mit Tg1, um beide Figuren dann wieder zurückzubeordern . Michi ließ seine vorgerückten Bauern auf a4 und b4 stehen, obwohl b3!? für Verwicklungen gesorgt hätte.
Erst als Schwarz meinte selbst b3 ?? spielen zu müssen, verschärfte sich die Stellung, denn das Loch auf b2 sollte Ihm später zum Verhängnis werden. In dieser Zeit konsolidierte sich Michi etwas und brachte seinen Springer von der Grundreihe. Dies dauerte jedoch wieder zu lange und Til Mulch schaffte es tatsächlich 2 verbundene Freibauern auf der 5.Reihe zu stationieren und gleichzeitig Dxa 6# zu drohen, denn auf g1 stand immer noch ein Turm.Michi umschiffte irgendwie das ganze mit ein paar Manövern und konnte aus einer Läufer Dame Batterie ein Dame Läufer Batterie machen und selbst Matt auf b2 drohen. Dies war dann schlussendlich nicht mehr zu verteidigen und es stand 2:0 !
Die anderen Bretter waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, aber es zeichneten sich überall Prognosen ab.
An Brett 2 hatte Michael Ranft den Mehrbauern behalten und auch das Läuferpaar des Gegners hatte sich halbiert.
Da die weißen Figuren aber deutlich aktiver standen und in ein Turmendspiel abgewickelt wurde, wo wahrscheinlich die meisten Bauern weggeflogen wären, einigte man sich am Ende auf ein Remis.
Dies war allerdings die letzte laufende Partie, da Michael kein Risiko mehr hatte weiterzuspielen.
Claas an Brett 5 tat sich etwas schwerer trotz mehr Material, konnte seine Figuren aber schließlich umgruppieren und sein Gegner lief auch noch in eine Springergabel....3:0
Am Brett 3 gab es nur eine größere Abtausch Kombination, wo wir von außen aus dachten, es würde für Silas Material gewinnen ,allerdings sollte man hier mal den Rechner zur Hilfe nehmen und schauen, ob nicht mehr drin war. Schlechter als eine ausgeglichene Stellung hatte Silas jedenfalls zu keiner Zeit und das ist doch super.
Das Endspiel mit jeweils Turm ,Läufer und Springer und einem uninteressanten Mehrbauer von Schwarz war sehr remislastig und dieses wurde dann auch fixiert.
Das größte Interesse galt wohl Brett 4, wo Manu seinem kämpferisch eingestellten Gegner aus der Spanischen Eröffnung raus erst einen Bauern im Mittelspiel und dann einen 2. Bauern im Springerendspiel abnahm.
Auch die Uhr sollte hierbei eine Rolle spielen, denn Manu führte seinen 40.Zug kurz vor Plättchenfall aus...( analoge Uhren).
Der Gewinn war zumindest von außen betrachtet nur über den Zugzwang zu erreichen, aber wie man schon oft auch aus eigener Erfahrung in solchen Endspielen erlebt, solange man diese nicht selbst spielt, ist man immer schlauer. ( Nicht ärgern Manu , wer weiß wieviele es am Brett gelöst hätten). Manu sein Gegner konzentrierte sich voll auf das Verteidigen und hoffte auf ein Wunder.
Es kam dann, wie es kommen musste und Manu dachte, das Bauernendspiel reichte zum Gewinn.... und tauschte die Springer ab ....leider war dies ein Irrtum....das Bauernendspiel war tot remis.
Aber vielleicht sollte es in dieser Partie nicht anders sein. Denn auch Weiß hatte ja nach Se7 einen deutlichen Vorteil nicht verwerten können.
So dieser Nachbericht war heute etwas länger und ich hoffe niemanden damit gelangweilt zu haben. Ich habe ja selbst nicht gespielt und viel Zeit gehabt, in die Partien zu schauen.
Die SSG hat wieder mal gezeigt, dass auch mit der 2.Mannschaft in Zukunft eine Klasse höher zu rechnen ist und wir uns vor niemanden verstecken brauchen!
Es gab wie bereits erwähnt keine einzige Verlust Partie und der Gegner hatte keine Chance diesen Spieltag mit Punkten zu beenden.
Was ein bisschen armselig war, könnte man meinen, in Herborn wäre die Zeit stehen geblieben.
Danke nochmal an alle Beteiligten für den spannenden Spieltag ( war an jedem Brett was los) und auch das Essen zusammen ( auch Klaus und Markus) war super!
Jetzt ist erstmal Weihnachten und dann greifen wir im neuen Jahr wieder an gegen Buseck.
Es lebe die SSG
Euer MF Björn Stiller