Spielbericht SSG Hungen/Lich in Stadtallendorf

am 1. März 2026

Hallo Schachfreunde der SSG!

Es ist vollbracht ! Während die 3. Mannschaft der SSG Hungen / Lich mit einem 2,5 : 1,5 und dem folgenden Aufstieg in die Bezirksliga aus Königsberg zurückkehrte, schlug unser zweites Schlachtschiff das erste von insgesamt drei Top-Teams! 4,5 : 3,5 hieß es am Ende in Stadtallendorf. Eines muss man hier ganz klar sagen, dieser Sieg ging zum großen Teil auf das Konto zweier großer Talente der SSG!

Tom Griebel fixierte seinen ersten Sieg für die SSG 2 und Top-Talent Nasir aus der vierten Mannschaft holte seinen ersten Punkt in der Bezirksoberliga. Super Leistung!

Was man auch nicht vergessen darf, ist unser Top Scorer Claas Spanke mit einer immer unheimlicher werdenden Bilanz. 4,5 Punkte aus 5 Einsätzen ist einfach Top! Großen Respekt Claas!

Diese 2,5 Punkte waren schließlich der Schlüssel zum Sieg! Dies soll natürlich die Leistung der Anderen in keiner Weise schmälern. Aber wie heißt es so schön? Immer der Reihe nach


Brett 1

Hier spielte Michael Ranft gegen Dr.Kalwa und anders als sonst kam eine Art Königsindisch aufs Brett.Genauer gesagt, der sogenannte "Robatsch Aufbau" in der Modernen Verteidigung.Anders als sonst,mußte Michael hier ein wenig improvisieren und besetzte erst einmal das Zentrum mit  3 Bauern und sicherte sich einen schönen Raumvorteil.Obwohl beide Seiten nicht immer die beste Fortsetzung fanden, blieb die Stellung lange im Gleichgewicht. Im 17.Zug jedoch goss Dr.Kalwa mit "Ld3"! Öl ins Feuer. Den Läufer darf man nicht nehmen, was Michael trotzdem tat und sich damit in eine Verluststellung manövrierte. Nach "17...Lxe4 18.dxe Sh4 19.fxe4 Sxg6" stand Schwarz plötzlich auf Gewinn, jedoch war die Stellung schwierig weiter zu spielen für beide Seiten.

Brett 2

Ich hatte mich eigentlich auf Dr.Kalwa vorbereitet und bekam Carsten Halfter vorgesetzt. Aber was solls, Halfter hatte ähnliche Ideen in der Eröffnung und dies half ein wenig.

Gespielt wurde "1.d4 Sf6 2.g3 d5 3.Lg2 e6 4.Sf3 Le7 5.0-0 0-0 6.c4" und das ist eine Art Katalanisch mit Zugumstellung. Nachdem durch ein paar Bauernzüge die Spannung im Zentrum aufgelöst wurde, konnte mein Gegner mit "19.e5" Raum gewinnen und nach "9...Sh5"? versuchte ich mein Heil am Königsflügel. Dieser Zug war jedoch nicht gut, denn der Springer stand dort falsch und konnte unter Beschuss geraten, was auch folgte. Obwohl die folgende Abwicklung nicht gut für mich war, entstand eine Stellung, die für beide Seiten extrem schwer zu spielen war. Mein Gegner gewann den Springer auf "h5" zum Preis von erst einmal 3 Bauern und hatte zusätzlich noch einen freigelegten König auf "g1". Dem Computer gefiel meine Stellung jetzt immer besser und Stockfish bewertete das Ganze total ausgeglichen.

Brett 3

Dr.Hölß bekam es mit MF Freiberger zu tun und es kam eine Art beschleunigter Drachen auf das Brett. Da aber kein "Sc6" gespielt wurde, wird das Ganze "ungarische Variante " genannt. Wie auch immer, beide Spieler versuchten sich an den typischen sizilianischen Ideen. Dr. Hölß stellte mit "e4" und "c4" die sogenannte Marozy Zange ins Zentrum, um ein mögliches "d5" oder "b5" zu erschweren, denn das sind in der Regel die schwarzen Hebel. Aber der Drachen Aufbau ist ein System, mit dem auch Schwarz auf Sieg spielen kann. Ein kleines Risiko war es auch, dass der "Schäferstädter" seinen König noch im Zentrum ließ. Aber Freiberger konnte oder wollte dies erstmal nicht nutzen. Manu spielte bis zum 16.Zug eigentlich ganz ordentlich. Er schob seinen "h-Bauern" vor und stellte seinen Springer nach "d5". Allerdings traf der Hungener im 16.Zug mit "Sf5" ? eine falsche Entscheidung, denn diese Leichtfigur würde der Schwarze dort nicht dulden und diese sofort rausschlagen. So kam es auch. Nach "16...Lxf 5"!  17."exf5" hatte Weiß einen unschönen Doppelbauern auf der "F-Linie". Hinzu kam noch, dass sich Dr.Hölß immer noch geweigert hatte zu rochieren. Dem Computer gefiel die Weiße Stellung jetzt immer weniger.Nach einer kleinen Abtauschorgie konnte Freiberger auf "a5" Schach geben und den weißen "d Bauern" im Zentrum gewinnen.Der Hungener stand jetzt auf Verlust.

Brett 4

Hölß Junior bekam es mit Michael Schönfelder zu tun. Auch hier wurde sizilianisch gespielt. Jedoch spielte Weiß den sogenannten "Grand Prix Angriff"  mit "f4" in Verbindung mit "Sc3".

Auch eine dieser vielen Uralt Varianten, die man mittlerweile immer häufiger am Brett sieht. Ich finde das einfach klasse, denn viele Eröffnungen haben wegen der starken Engines wieder ihre Daseinsberechtigung gefunden und man bekommt tolle Stellungen zu sehen.Weiß schaffte es einen dieser beiden "Grand Prix Bauern" bis nach "e5" vorzuziehen. Dort sollte er eigentlich auch bleiben, jedoch sorgte Silas mit einem kleinen taktischen Trick dafür, dass Weiß diesen Bauern abgeben musste. Die Stellung war trotz allem im Gleichgewicht, da der Weiße schon alle seine Figuren auf der F-Linie in Position gebracht hatte. Schönfelder hatte einen leichten Entwicklungsvorsprung und ein wenig Initiative für den "Minus-Bauern". Aber schauen wir erstmal weiter.

Brett 5

Nach 2 Spielen Abstinenz war Tom Griebel wieder im Team und sorgte für einen absoluten Paukenschlag. Dazu später nochmal. In der Partie gegen den  starken Hans Jürgen Schuller (1881 Dwz)

wurde Spanisch gespielt. Tom versuchte sich am klassischen "Ruy Lopez" mit "3.Lc5" ,was viele Weltklasse Spieler schon auf dem Brett hatten. Schuller machte schon in den ersten Zügen nicht den Eindruck eines Experten dieses Systems. Erst gab er mit "4.Lxc6" den "Weißfelder" ab, um im nächsten Zug den "e-Bauern" mit "5.Sex5" zu fressen. Entweder hatte der Stadtallendorfer die Varianten verwechselt, oder er war überhaupt nicht auf der Höhe. "Sxe5" geht in vielen Spanisch Abspielen, jedoch spielt man dann vorher "c3", um die Dame nicht nach "d4" zu lassen. "5...Dd4" folgte prompt, drohte Figuren Gewinn und Matt und konnte nur mit "Sd3" verteidigt werden. Der weiße Springer steht dort aber langfristig schlecht und Schwarz kann das später ausnutzen.Außerdem blockiert er den "d-Bauern", was den weißen Läufer auf "c1" verhungern lässt.

Der Stadtallendorfer wurde in dieser Partie seiner Spielstärke nicht gerecht und musste nicht nur den Damentausch zulassen, sondern verlor auch seinen gewonnenen Bauern auf der "e-Linie" schnell zurück.

Es spielte in dieser Partie nur noch der Schäferstädter. Ein paar Züge später konnte Tom den Gaul auf "d3" schlagen, was zu einem Doppelbauern von Weiß führte. Diese Bauernschwäche wurde zum nächsten Ziel auserkoren und auch schnell beseitigt.Nach nur 15 Zügen stand die SSG an diesem Brett bereits klar auf Gewinn.

Brett 6

Sascha Nitz mit Weiß, ich erwähne es der Form halber , natürlich Englisch im Anzug. Aber wie heißt es so schön, wenn man öfter das Gleiche spielt, ist es nicht immer dasselbe und so auch hier.

Gegner war Christian Fleischhauer und dieser baute sich Königsindisch auf. Da bereits "c4" gespielt wurde, hatte der schwarze Königsläufer auch bald ne Menge Felder. Sascha stellte früh die Dame nach "b3", was nicht unbedingt das Beste war. Fleischhauer gewann dadurch Zeit und arbeitete weiter an der korrekten Beseitigung des weißen Zentrums. Der Schwarze Aufbau war bereits nach wenigen Zügen deutlich besser anzuschauen und Sascha musste tief in die Trickkiste greifen, um die Eröffnung unbeschadet zu überstehen. Und obwohl der Stadtallendorfer nach 16 Zügen bereits nah an einer Gewinnstellung war, fing er plötzlich an, komisch zu spielen. Erst wurde der "b-Bauer" einfach hängen gelassen ( Sascha schlug den aber nicht) um einen Zug später das Angebot "16...Lxd5" nicht anzunehmen.

Den Bauern hätte man einfach schlagen können.Die Stellung war plötzlich wieder ausgeglichen, da beide Spieler wohl dachten, Material ist ein blödes Ungleichgewicht........grins.

Wahrscheinlich war dies auch der Grund , warum man sich kurz danach auf Remis einigte.

Brett 7

Top Scorer Claas Spanke sollte auch in dieser Partie seinem Namen alle Ehre machen. Aber seht selbst. Mirko Panic war der Gegner und Claas mit weiß gibt entweder den Katalanischen Aufbau oder Trompowsky, je nachdem was der Gegner spielt. Claas fianchettierte wieder seinen Königsläufer und Schwarz tat es ihm gleich. Praktisch in dieser Form. "1.d4 d5 2.g3 g6 3.Lg2 Lg7 4.c4 e6 5.Sf3 Sc6"

Es ging sehr lange weiter mit relativ genauen Zügen beider Seiten. Interessant war, dass beide eine Art Doppelfianchetto spielten, um dann den jeweiligen Königsläufer von "g" nach "f" zu ziehen. Das war eine kluge Entscheidung, da die Läufer sehr lange tot gestellt waren.Den ersten Fehler beging jedoch Panic, als er "b4" mit Angriff auf den Springer auf "a5" zuließ. Dieser hatte nur ein Feld und dort kam es zu einer "Abtausch Kombi", nach der unser Claas einen Bauern gewann. Man konnte in mehreren Partien vom Hungener beobachten, dass die Leute immer sehr lange normal mitspielen, um dann irgendwann etwas weniger zu haben. Ich glaube, wir erleben in dieser Saison den wohl besten Claas aller Zeiten.

Brett 8

Hier gab es ein Novum zu bestaunen. Wahrscheinlich zum ersten Mal in der langen Geschichte der SSG saß ein Spieler unter 12 Jahren am Brett in der Bezirksoberliga! Nasir ist gerade 11 Jahre alt sollte allen zeigen, was für ein enormes Potenzial er hat. Sein Gegner war Pius Rausch, einer aus der jungen Garde von Stadtallendorf. Wer meint, es wurde "1.e4 e5" gespielt, der irrt sich gewaltig. Profi Züge wurden ausgepackt. "1.Sf3 Sf6 2.g3 g6 3.b3 Lg7 4. Lb3 0-0 5.Lgs d6 6.d4 Sbd7". Das ist Reti, in Verbindung mit dem Königsindischen Angriff. Nasir baute sich ebenfalls königsindisch auf und es wurde gezockt.

Im Laufe der Partie schaffte es der Weiße einen Bauern bis nach "d5" vorzurücken und hätte sich eine Menge Raum sichern können mit schönem Vorteil. Nasir spielte jedoch sofort "e6" dagegen. Das ist clever, denn jetzt hat Weiß nur einen vernünftigen Zug mit "9.dxe". Dies würde Vorteil sichern, aber Rausch spielte ungenau und der folgende Abtausch war einfach harmlos und Schwarz gleicht aus.

In der Zwischenzeit gab es die ersten Punkte auf der Anzeigetafel. Am Brett 6 wollte keiner das Schicksal überstrapazieren, nach mehreren Ungenauigkeiten auf beiden Seiten und man gab sich die Hand.

0,5 : 0,5. Auch am 7.Brett deutete sich wie so oft in dieser Saison ein Ergebnis an. Claas hatte sich in der Zwischenzeit nicht nur einen "Mehr Bauern" gesichert, sondern auch eine theoretische Gewinnstellung. Der "Bauern Gewinn" fand am Damenflügel statt, jedoch hatte der Stadtallendorfer einige schwache Felder am Königsflügel, da sein Läufer jetzt andere Aufgaben übernahm.

Claas sah, dass der Mehrbauer nur ein Faustpfand für später war und goss jetzt mit "e4" mächtig Öl ins Feuer. Dieser Zug hat die Idee, die eigene Dame zum Königsflügel zu lassen. Und so ist der Rest schnell erzählt. Zwei "Monsterläufer" und die Dame ließen eine Figur von Panic über die Klinge springen. Dies passierte auch noch mit Damentausch und das Endspiel mit einer "Mehr Figur" bedarf keines Kommentars. 1,5 : 0,5 SSG ! Im Eilzugtempo ging es weiter, jedoch erstmal in die andere Richtung. Michael Ranft hatte sich im 17.Zug in eine schwierige Lage gebracht und Dr. Kalwa hätte im 20.Zug mit "Sxd4"! wohl alles klar machen können, jedoch schlug er mit dem Bauern und menschlich betrachtet sah das gut aus.Denn Schwarz hatte jetzt 2 verbundenen Freibauern auf der 3.und 4.Reihe.

Davor hatte Michael seinen total offenen König geparkt. Von weitem betrachtet sieht sowas immer wie Selbstmord aus, jedoch ist auch Weiß noch im Spiel geblieben und so spielte Michael im 21."Sxf8".

Dies sichert aber erstmal die Qualität. Der Computer sieht Kalwa jetzt nur noch mit leichtem Vorteil, denn der schwarze König ist stark geschwächt und das witzige an der Sache war, dass die 2 verbundenen Bauern von Schwarz dem Hungener eine Art Schutz boten gegen Attacken der Schwarzen Figuren. Die Stellung war extrem scharf und man musste viel rechnen. Das war nix für schwache Nerven.Nach dem Motto " Ich oder Du". Michael begann jetzt ein Mattnetz um den schwarzen König zu spinnen, bis im 32.Zug etwas verrücktes passierte. "32.Lxd4+" sollte eigentlich das Leiden von Weiß beenden, jedoch war der geschlagene Bauer von der Dame gedeckt und "Dxd4" beendete alle Träume an diesem Brett für die SSG. Die Krux an der Sache war, dass unser Michael ein paar Züge vorher den Schwarzen in drei Zügen hätte Matt setzen können! Aber besser im Siegesrausch untergehen als gefangen in der eigenen Stellung. 1,5 : 1,5 . Weiter ging die wilde Achterbahnfahrt für die SSG.

Am 2.Brett hatte ich mittlerweile ein materielles Ungleichgewicht geschaffen, mit dem man etwas anfangen konnte. 3 echte Bauern für eine Leichtfigur und einen relativ offenen gegnerischen König.

Halfter sah, dass sein größtes Problem sein König war und nicht die Bauern. Das Zentrum war komplett freigeräumt und ich stürzte mich mit meiner Dame auf die nächsten Bauern, diesmal am Damenflügel.

Mein weit vorgerückter Freibauer diente nur zur Ablenkung. Ich gab Ihn auf und schnappte mir "a und b Bauer" von Halfter. Dem Computer gefiel das und er gab mir einen leichten Vorteil. Mein Gegner hatte zwar nur noch einen Bauern auf dem Brett und ich 5, davon waren 3 verbunden, aber der Computer wusste, warum er mir nur einen leichten Vorteil gab, denn die Stellung war alles andere als leicht zu spielen.

Mein Gegner positionierte seine Figuren alle als Schutz um den König und verstellte alle "Schach-Möglichkeiten". Mir gingen die guten Züge aus und schlechte wollte ich nicht machen. Auch die Freibauern konnte man nicht vorrücken. Meine einzige Möglichkeit wäre, den Damentausch anzubieten. Dies schätzte ich jedoch falsch ein. Wir wiederholten zweimal die Züge und Halfter bot Remis, was ich annahm.

2:2. An welchem Brett würde sich dieser mega spannende Spieltag entscheiden? Brett 6 stellte die Weichen für die SSG. Tom Griebel lieferte hier eine wahre One Man Show ab . Schuller fing sich schon in der Eröffnung praktisch das erste Gegentor und stellte früh einen Bauern ein. Der Spieler hatte fast 1900 Dwz und war total von der Rolle. Eine nächste relativ simple Taktik ließ den nächsten Bauern auch noch mit Schach fallen. Man muss aber auch den Tom mal loben, der mit einer präzisen Genauigkeit immer wieder tolle Züge spielte.Am Ende stand ein Turmendspiel mit 2 Mehr Bauern auf dem Brett. Und auch hier konnte man mehrere Anfängerfehler von Herrn Schuller sehen.Man hätte auch mit 2 Minus Bauern noch etwas mehr Gegenwehr leisten können, aber nicht in dieser Partie. Am Ende waren es 3 verbundene Freibauern, die zum Sieg stürmten. 3:2 SSG! Jetzt war die SSG in Spiellaune und man wollte diesen Vorsprung nicht mehr abgeben.Es liefen noch 3 Partien. Aufgrund des Zwischenstandes musste man an den laufenden Brettern nicht mehr "All in" gehen.

  • Nasir
  • Manu
  • Silas

Silas am 5.Brett hatte eine sogenannte "Qualität" mehr, jedoch hatte einer seiner beiden Türme keine Möglichkeit zu ziehen. Denn weiß hatte den Turm zwischen Läufer und Bauern eingesperrt. Der Weiße kann dies auch nicht ausnutzen, da sein eigener Turm die Grundreihe bewachen muss, außerdem droht Silas Matt auf der 2.Reihe. Die Endstellung ist insofern merkwürdig, da die beiden Züge vor dem Remis, also der jeweils letzte Zug, eigentlich beide totale Verlust-Züge waren. Also 37.e4?? und 37....d5??. Die Computerbewertung schlug erst mit plus 9 und dann mit minus 14 aus. Wenn das wirklich so war, ist das Remis auch gerecht.....lach. Es könnte aber sein, dass es einen Fehler im Partieformular gibt, was noch zu klären wäre, denn zwei Mega-Patzer im letzten Zug, jeweils mit einem Remisangebot, sind schon abenteuerlich.

3,5 : 2,5 SSG!

Am 8.Brett sind wir in einem ausgeglichenem Mittelspiel gelandet, wo der Weißspieler seinen Vorteil längst verspielt hat.Zwar sichert der "d Bauer" Weiß noch ein wenig Raum, Nasir jedoch schob seine Bauern am Damenflügel vor und machte ein wenig Druck auf der halboffenen "e Linie".

Ein Abtausch auf dieser Linie von mehreren Figuren führte zu einem Turmendspiel, was mittlerweile klar besser bis gewonnen für den Hungener war.Nasir behandelte dieses Endspiel fantastisch und konnte zwei verbundenen Freibauern am Damenflügel bilden. Mittlerweile ist diese Stellung klar gewonnen. Das Ganze führte zu einer Umwandlung, wo Nasir den Turm opferte und mit Schach zur Dame einzog.

Das Endspiel Dame gegen Turm war für unseren Newcomer noch ein wenig zu kompliziert am Brett zu lösen. Obwohl gewonnen, verteidigte sich Pius Rausch bestmöglich und verdiente sich am Ende das Remis. Aber selbst ein Zug vor dem Händeschütteln war diese Stellung immer noch gewonnen für die SSG. Für einen Menschen jedoch schwer zu lösen, denn Nasir hatte nichts, was man angreifen konnte und der Weg von Stockfish war einfach nicht so klar.

4 : 3 SSG.

Am 3.Brett sollte schließlich die Entscheidung fallen. Verlieren konnte die SSG diesen Spieltag nicht mehr. Doch Dr.Hölß musste hier erstmal eine Verluststellung in etwas Zählbares ummünzen, was ohne Hilfe des Gegners nicht so einfach war. Diese Hilfe sollte jedoch bald kommen. Der König des Schäferstädters stand immer noch im Zentrum und das war das eigentliche Problem für die SSG.

Freiberger sah jedoch nicht, dass sein Mehrbauer im Moment nicht der springende Punkt sein kann, denn einen Damentausch, wo der Gegner den schlechteren König hat, sollte man immer vermeiden.

Freiberger griff hier deutlich fehl, denn der Damentausch war die falsche Wahl an dieser Stelle und hilft eher Schwarz.Warum war das so? Nun Manu behielt das Läuferpaar gegen Springer und Läufer und wie bitteschön sollte Schwarz hier noch auf Gewinn spielen? Der Computer bestätigt dies und der "Mini-vorteil", den Freiberger objektiv noch hatte war kaum zu sehen.Das folgende Endspiel ist ein Paradebeispiel, wie man mit dem Läuferpaar spielen sollte.Bis zum 65.Zug schwanken die Waagschalen minimal hin und her und der Vorteil wechselte ständig aber nicht gewinnbringend.Aber auch in dieser Partie kam es einen Zug vor dem Händeschütteln zu einem unglaublichen Fehler des gegnerischen MF. Beide hatten 2 verbundene Freibauern, praktisch die letzten Bauern auf dem Brett und jeweils 2 Leichtfiguren.Jedoch hatte sich der Stadtallendorfen mit "5..Sa5+" in eine Verluststellung gebracht. Wenn Dr. Hölß nochmal inne gehalten hätte, dann hätte er das gesehen. "66.Kb4" gewinnt sofort, da der Springer nach dem nächsten weißen Zug "Le6" gefangen wird. Schwarz hätte statt "65...Sa5" zwingend "Sc1" spielen sollen, denn dieser Zug hält das Gleichgewicht und Weiß kann nicht viel machen, da jetzt auch die schwarzen Bauern sehr schnell laufen. Ein Zug später gab man sich schließlich die Hand, was vollkommen in Ordnung war und der Sieg für die SSG feststand. Erschwerend kam noch hinzu, dass Dr. Hölß deutlich weniger Zeit hatte.

Ende gut, alles gut! Erneut zeigte die SSG Ihr wahres Leistungsvermögen und einzigartige Siegermentalität auch in den entscheidenden Schlüsselmomenten.Es waren diesmal die Jüngsten im Felde sowie Top Scorer Claas , der ja sowieso immer gewinnt, die das Momentum auf die Seite der SSG gezogen haben. Glückwunsch ganz besonders an Nasir, Tom und Claas! Ihr seid die Matchwinner des Spieltages! Aber auch allen anderen ein großes Lob für diese starke Leistung an den einzelnen Brettern. Eigentlich hätte Stadtallendorf keinen einzigen Sieg verdient gehabt, da auch Dr. Kalwa am 1.Brett mit so viel Glück beseelt wurde, dass es ihm eigentlich peinlich sein müsste. Michael, Kopf hoch, Du hattest den buchstäblich im Sack!

Fazit:

Wahrscheinlich einer der spannendsten Spieltage der SSG 2 hat ein super Ende gefunden.Man konnte bis zur letzten laufenden Partie nicht genau sagen welches Ergebnis man am Ende haben wird und es war wieder mal schön anzusehen, wie man mit dieser stark besetzten Mannschaft immer auf Augenhöhe war. Man bedenke, in der letzten Saison haben an den vorderen Brettern für die SSG noch Euler, Soppa und Co. gespielt! Was ein wenig untergeht in der Bewertung der letzten Spieltage, ist in meinen Augen die Leistung von unserem Claas! Ich kann mich an keine Saison erinnern, wo er so stark gespielt hat. Und es war nicht immer nur das 8.Brett, Claas hat auch sehr oft ein Brett weiter vorne gespielt und da spielt auch kein Fallobst! Deswegen habe ich hier eine klare Meinung als MF der 2.Mannschaft, die schon wieder verrückten Gerüchte für die kommende Saison im Keim zu ersticken. Ich werde solange es geht dafür plädieren, dass Schachfreund Claas Spanke auch in der nächsten Saison Teil der SSG 2 ist!  So Jungs, nochmal danke für Eure mannschaftliche Geschlossenheit am letzten Spieltag und auch für das gemeinschaftliche Essen zusammen!

Es bleiben noch 2 Top-Teams übrig und die sollten uns nicht auf die leichte Schulter nehmen, sonst gibt es vielleicht auch ein böses Erwachen!

Glückwunsch auch an unser größtes Schlachtschiff, die SSG 1 zum sehr wahrscheinlichen Aufstieg in die Verbandsliga! Super Leistung Jungs!!

In diesem Sinne wünsche ich allen Schachfreunden der ruhmreichen SSG einen positiven persönlichen Jahresabschluss und möglichst noch viele Brettpunkte für den Verein!

Die PGN Datenbank vom Spieltag habe ich Euch an das Ende der Mail angehängt.Viel Spass beim Nachspielen.

Es lebe die SSG!!

Euer MF Björn Stiller